Kokosnussöl unter der Lupe. Wer, wieso und wie sollte es anwenden?

Das Kokosnussöl ist fast so populär wie das Amla- oder Macadamia-Öl. Seine Möglichkeiten im Rahmen der Kosmetik und Pflege sind unbegrenzt – es befeuchtet die Körperhaut, regeneriert Hände und Füße, verstärkt die Nägel, macht die raue Haut der Ellenbogen oder Knie weich, schminkt das Make-up ab, nährt das Gesicht und ist einfach wunderbar in der Haarpflege. Frauen kaufen sehr gerne das Kokosnussöl, weil es sehr billig und allgemein zugänglich ist. Die Konsistenz des Produkts aus Kokosnüssen erinnert eher eine Konsistenz von Butter als Öl. Das Auftragen des Produkts ist diesbezüglich besonders angenehm.

Das Kokosnussöl passt zu jedem Hauttyp, es passt aber nicht zu jedem Haartyp. Frauen, die stark trockene, strapazierte und schwache Haare besitzen, sollten auf das Kokosnussöl verzichten – es könnte nämlich ihre Haare nur aufplustern. Warum?

Das Kokosöl enthält etwa 80 – 90 % gesättigte Fettsäuren (darunter Laurin-, Myristin-, Palmitin-, Stearinsäure). Sie bestehen aus kleinen Molekülen und gehören zur Familie der trocknenden Öle. Das bedeutet, dass sie lediglich zu dicken, starken und schweren Haaren mit niedriger Porosität passen. Dieser Haartyp hat anliegende bzw. geschlossenen Haarschuppen, die natürliche Öle mit kleinen Molekülen brauchen. Kleine Moleküle sind nämlich im Stande, in die inneren Haarschichten durch die obere Schuppenschicht einzudringen. Andere Haartypen (mit hoher und normaler Porosität) werden die Haare eher nicht mögen.

Aus diesem Grund sollte das populäre und billige Kokosöl von Frauen mit trockenen, dünnen und geschädigten Haaren nicht angewendet werden. Es ist aber ideal für dicke, schwere und ziemlich steife Haare, die lange Wasser absorbieren und lange trocknen. Das Kokosöl nährt und schützt die Haare mit niedriger Porosität vor Beschädigungen und mechanischen Einflüssen. Wenn Sie aber Besitzerin der strapazierten, trockenen, schwachen und feinen Haare sind, die zusätzlich gefärbt oder aufgehellt wurden, tragen Sie das Kokosöl eher auf die Körperhaut auf. Ihre Haare benötigen ein ganz anderes Öl, das angepasst an die Porosität der Zotteln wäre.

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